Die HMS Anastasia...

... hat eine lange Geschichte. Havariert, ausgemustert, immer wieder neu auf Kiel gelegt. Hier geht es um Steampunk.

Steampunk ist bildende Kunst. Objekte werden erschaffen, die Vieles miteinander verbinden. Zeitalter, Handwerk, Funktion und Sinn verschmelzen zu einem Kunstwerk. Das kann ein Kleid sein, ein Hut, ein elektronischer Rechner, ein Verkehrsmittel oder eine Skulptur. Der Sinn liegt dabei nicht immer im Gebrauch der Dinge sondern auch in ihrer künstlerischen Aussage. Diese Kunst setzt technisches Verständnis in einem oder mehreren Gewerken voraus. Und natürlich die Gabe, sich anhand von Einzelteilen auf dem Werktisch das Gesamte vorstellen zu können.

Steampunk ist Aktionskunst. Umgangsformen, Vorträge, Rollenspiele und Vorführungen sind Kunstwerke an sich, schaffen aber auch den Äther in den Objekte hinein passen. Aktionskunst ist auch, sich zu treffen, aufwendig zu begrüßen, zusammen zu speisen und Konversation zu betreiben. Nicht nur über ein Thema sondern auch um der Konversation willen.

Steampunk ist Literatur. Damit hat es eigentlich angefangen. Geschichten setzen Objekten, anders als die Realität, keine physikalischen Grenzen. Im Roman fliegen Luftschiffe wirklich. Hier brennen echte Kohlen in echten Kesseln. Hier rechnet ein mechanisches Uhrwerk anstatt ein Computer. Vor allem aber findet in der Literatur der Kampf zwischen altem Glauben und wissenschaftlicher Aufklärung statt. Ein typisch viktorianisches und in einer Zeit wieder aufflammender Verschwörungstheorien auch aktuelles Thema. 

Steampunker sind eine Gemeinschaft. Sie treffen sich und fachsimpeln über Löten, Nähen, Schleife binden, Lackieren und Polieren. Sie geben bereitwillig ihre Tricks und Kniffe an andere weiter und tauschen so große Mengen an Wissen aus. Sie planen Treffen, Picknicks und Ausstellungen. Und wenn nachher etwas in der Kasse übrig ist, teilen sie gerne mit den Armen.

Alle Autoren dieser Seite haben in irgend einer Weise mit Steampunk zu tun. Sie prägen, jeder auf seine Weise, diesen Stil.